nienburg.mittelweser - einfach lebenswert

Strukturschwache Regionen in Deutschland haben fast alle die gleichen Probleme oder wahlweise die gleichen Stärken: Sie verfügen über jede Menge günstigen Wohnraum, gaaaanz viel Platz und noch mehr grüne Natur.

So weit, so gut.

Dennoch oder auch deswegen stehen diese Regionen und dort ansässige Unternehmen vor einem Problem: Sie leiden an einem Mangel an Fachkräften. In der Regel können sie nicht darauf hoffen, dass ihnen gesamtgesellschaftliche Trends wie der Life-Balance-Sektor, die zunehmende Gesundheitsorientierung und der Individualisierungs-Trend ausreichend Fachkräfte und Bewohner aufs Land spülen – die meisten bleiben noch immer im Speckgürtel großer Metropolen hängen, auch wenn Magazine wie LANDLUST mit einer Leserschaft von knapp 500.000 einen anderen Eindruck vermitteln.

Im Januar 2012 durften wir ran: Die Wirtschaftsförderung Nienburg/Weser kam, angetrieben von der regionalen Wirtschaft, mit der Aufgabe auf uns zu, eine Imagekampagne zum Thema „Fachkräftesicherung“ zu konzipieren und umzusetzen. Im Fokus der Ansprache sollten weiche Standortfaktoren stehen, um Fach- und Führungskräfte nicht nur von der Qualität der Arbeitsplätze, sondern auch von der Lebensqualität in der Region Nienburg/Mittelweser zu überzeugen.

Auch wenn die Anforderung, gleich in Kampagne, bunten Bildern und Maßnahmen zu denken durchaus reizvoll war, haben wir uns dagegen entschieden. Unser Weg war ein anderer!

WO wir neuwaerts
gegangen sind!

Entgegen der Erwartungshaltung des Kunden haben wir ihm einen Profilbildungsprozess empfohlen, um zunächst an relevante und belastbare Inhalte zu kommen, die den Standort heute und morgen kommunizieren können.

Für uns als Agentur war es nicht ungefährlich, mit so einem sperrigen Begriff wie „Profilbildungsprozess“ in den Ring zu steigen und anzunehmen, der Kunde sei mit dieser Vorgehensweise direkt einverstanden – denn „Profilbildung“ und „Prozess“ klingen eher nach endlosen Arbeitsgruppen und viel Gerede, als nach kreativer Kampagne und greifbaren Ergebnissen.

Hinzu kam die Tatsache, dass insbesondere kommunale Akteure wie Städte, Regionen und Wirtschaftsförderer eigentlich genug von Sitzungen und Arbeitsgruppen mit offenem Ausgang haben und sich eher eine knackige Werbelinie wünschen.

WIE wir neuwaerts
gegangen sind!

Aus vergleichbaren Projekten, wie dem Leitbildprozess für die Region Hannover (2009 – 2011), wussten wir bereits, dass so ein Profilbildungsprozess nur mit Unterstützung und Akzeptanz innerhalb der Region funktioniert.

Wir wollten dem Kunden also keine fertigen Ergebnisse präsentieren, die keine Substanz und keine Chance auf Erfolg haben. Vielmehr war es unser Ziel, gemeinsam mit dem Kunden und breiten Teilen aus Wirtschaft, Kultur, Verwaltung und Bevölkerung Antworten auf die Frage nach der regionalen Identität zu erarbeiteten.

Genau dann macht´s jeder zu seiner Sache, identifiziert sich mit dem Ergebnis, an dem er selbst mitgewirkt hat und ist dann auch – ganz selbstverständlich – Botschafter und aktiver Multiplikator.

Content-Workshop
Kreativ-Workshop
Spezialisten-Workshop

Content-Workshop

Teilnehmer

Max. 8–10 Personen aus den Bereichen Tourismus/Freizeit, Kultur, Wohnen, Natur

Benötigter Input

Quantitativ: Statistisches Datenmaterial, Studien etc. zu den o. g. Themenfeldern

Qualitativ: Persönliche Gespräche, Einschätzungen, Bewertungen innerhalb des Workshops, Gruppendiskussionen und Einzelinterviews

Aufgabe/Ziel

  • Haben die Themen eine Überregionale Relevanz/Ausstrahlung?
  • Zahlen die Themen auf gesamt-gesellschaftliche (Mega)Trends ein?
  • Welche Themen haben Potenzial für die interne und externe Kommunikation/Vermarktung (Potenzialthemen)? Was sind die relevanten Treiber?

Kreativ-Workshop

Teilnehmer

Max. 8–10 Personen, interdisziplinär zusammengesetzt – nach Alter/Geschlecht, Berufsgruppen, Interessen

Benötigter Input

Quantitativ: Statistisches Datenmaterial, Studien etc. zu den o. g. Themenfeldern

Qualitativ: Persönliche Gespräche, Einschätzungen, Bewertungen innerhalb des Workshops, Gruppendiskussionen und Einzelinterviews

Aufgabe/Ziel

  • Motto: „Alles ist möglich“
  • Arbeitsgruppe entwickelt/erarbeitet Themen und Inhalte für Handlungsfelder, mit denen sich die Region Nienburg/Mittelweser profilieren kann (> Potentialthemen; Treiberthemen).
  • 1. Schritt: Erarbeitung eines breiten Spektrums an Inhalten. Was lässt sich aus den Themenfeldern profilieren?
  • 2. Schritt: Verdichtung und Qualifizierung der Potenzialthemen

Spezialisten-Workshop

Teilnehmer

Max. 8 Personen/Spezialisten aus den Themenfeldern, die profiliert werden sollen sowie 1–2 Vertreter aus Politik/Verwaltung.

Benötigter Input

Quantitativ: Statistisches Datenmaterial, Studien etc. zu den o. g. Themenfeldern

Qualitativ: Persönliche Gespräche, Einschätzungen, Bewertungen innerhalb des Workshops, Gruppendiskussionen und Einzelinterviews

Aufgabe/Ziel

  • Motto: „Was ist machbar?“
  • Spezialisten qualifizieren, verdichten die Potenzialthemen – stellen sicher, dass die Profilthemen Substanz haben.
  • Identifikation geeigneter/relevanter Treiberthemen, die auch Potenzial für Kommunikation/Vermarktung besitzen.
  • Identifizierung der relevanten Treiber (=Akteure/Instituitonen), die man zur Vermarktung der Themen braucht.

Themenfelder mit Potential

Näher dran leben

intaktes Umfeld, Vereinsleben und nachbarschaftliches Miteinander, persönliche Kontakte zu landwirtschaftlichen Erzeugern vor Ort

Leben und wohnen im Grünen und Großen

Naturnahes Wohnen, bezahlbarer Wohnraum, mehr Wohnraum pro Einwohner

Natürlich und aktiv in Balance leben

Sportliche Aktivitäten in der Natur und Raum zur freien Entfaltung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Wir zeigen Profil – Ergebnispräsentation vor großem Publikum!

Bevor wir abschließend mit der Um- und Übersetzung der identifizierten Potenzialthemen in die Kampagne begonnen haben, wurden die Themen der Steuerungsgruppe und der Öffentlichkeit im Rahmen einer Abschlusspräsentation vorgestellt. Der gesamte Prozess war durchgängig transparent, denn alle Arbeitsschritte waren zu jeder Zeit auf der Webseite der Wirtschaftsförderungsgesellschaft öffentlich zugänglich.

Auch das war ein Erfolgsfaktor für die Akzeptanz des Ergebnisses und natürlich auch der nachfolgenden Kampagne.

Nach finaler Abstimmung der Themen ging es für uns in die Umsetzung. Klar kommuniziertes Ziel nach dem erfolgreichen Profilbildungsprozess war die Entwicklung einer Dachkommunikation und flexibler Mechanik, die für Akteure unterhalb des Dachs „Region Nienburg/Mittelweser“ funktioniert. Außerdem sollte der „fit“ zwischen den einzelnen Maßnahmen und Aktivitäten (in Unternehmen, Kommunen, Kultureinrichtungen, ...) und der Dachmarkenkommunikation sichergestellt werden. Für diesen Zweck wurde die Umsetzung einer Kampagne angestrebt, die Aufbruchstimmung und Initiativcharakter transportiert und keine flüchtige Aktion darstellt.

Logo

Aufgrund unserer Themenschwerpunkte haben wir unsere Regionskampagne unter ein Zeichen gestellt, das, wie kaum ein anderes, für ein unbeschwertes Lebensgefühl steht – den Schmetterling. Die Bildanalogie erschließt sich sofort: die Weser läuft als Lebensader mittig durch die Region, links und rechts öffnet

sich das weite Land mit seinen Möglichkeiten. Die auf diesem Bild basierende Gestaltungswelt sendet mit ihrer Farbigkeit, ihrer Lebhaftigkeit und ihrer Offenheit eine zentrale Botschaft: Diese Region ist einfach lebenswert!

Keyvisuals

Klare, brillante Farben, die mit der Kampagnenfarbwelt harmonieren, bestimmen die Bildsprache der Nienburg/Mittelweser-Kampagne. Die großen Kampagnenmotive wirken lichtdurchflutet und einladend. Sie vermitteln ein Gefühl für die Weite des Raums und

das typische Landschaftsbild der Region. Im Mittelpunkt steht der Mensch, der in alltagstypischen Situationen gezeigt wird. Eine ironische und konträre Headline sorgt für Spannung.

Website

Zentrale Kampagnenplattform ist die neue Website. Unter www.einfach-lebenswert.net bekommen Interessierte alle wichtigen Informationen über die Region und erreichen auch die Websites von großen und interessanten Unternehmen, die gleichzeitig als

Sponsoren der Kampagne fungieren. Als moderner One-Pager konzipiert, spiegelt auch die Bedienbarkeit der Website – online und mobil – das unbeschwerte Lebensgefühl wider.

Erfolg auf ganzer Linie – die Abschluss­präsentation!

Nach einem insgesamt 12-monatigen Prozess mit Workshops, vielen guten Gesprächen, Überzeugungsarbeit, tollem Feedback und gelungenen Umsetzungsbeispielen durften wir am 30. Januar die Abschlusspräsentation und den Livegang der Internetseite in Nienburg begleiten. Insgesamt 140 Interessierte aus der Region, Politik und Wirtschaft haben diesen „Börsengang“ begleitet und sind genauso gespannt wie wir, wie die „Aktie“ der Regionskampagne, mit dem Ziel der Fachkräftegewinnung, in Zukunft gehandelt wird.

Obwohl wir mit einem Prozess anstelle von bunten Bildern gestartet sind: Bunt ist die Kampagne am Ende doch geworden! Und vor allem authentisch und liebenswert.